Sensorisches Spielen braucht weder teures Material noch eine aufwendige Vorbereitung. Viele Sensorikmaterialien lassen sich mit wenigen Zutaten selbst herstellen – und das Schöne daran: Einmal vorbereitet, können sie immer wieder für neue Spielideen hervorgeholt werden.
In diesem Beitrag zeige ich dir drei ganz unterschiedliche Möglichkeiten, Sensorikmaterial selber zu machen:
- bunten Sensorik-Reis zum Schütten, Fühlen und Verstecken,
- selbstgemachte Knete zum Drücken, Rollen und Formen,
- eine Sensorikflasche zum Schütteln und Beobachten.
Du bekommst für jedes DIY eine genaue Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Mengenangaben. Außerdem zeige ich dir, wie du die Materialien verwenden und aufbewahren kannst und worauf du beim Spielen achten solltest.
Neu beim Thema? In meinem Grundlagenartikel erfährst du, was sensorisches Spielen eigentlich bedeutet und findest zusätzlich 10 einfache Sensorik-Spiele für Zuhause.
➡️ Sensorisches Spielen mit Kindern: Ideen, Vorteile & einfache Sensorik-Spiele
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Warum Sensorikmaterial selber machen?
Wenige Zutaten reichen aus
Viele der Zutaten hast du wahrscheinlich bereits zuhause. Reis, Mehl, Salz, Speiseöl oder eine leere Flasche reichen für einige Ideen schon aus.
Und genau das gefällt mir daran: Sensorisches Spielen muss nicht bedeuten, ständig neues Spielzeug zu kaufen.
Du kannst das Material an dein Kind anpassen
Farben, Mengen, Behälter und zusätzliches Zubehör lassen sich danach auswählen, womit dein Kind gerade gerne spielt.
Manchmal reichen ein Löffel und zwei kleine Schüsseln. An einem anderen Tag kommen vielleicht Tiere, Fahrzeuge oder Förmchen dazu.
Ein Material – viele Spielmöglichkeiten
Das ist für mich einer der größten Vorteile.
Aus einem Glas gefärbtem Reis können ganz unterschiedliche Spielsituationen entstehen: Heute wird geschüttet, morgen verstecken sich kleine Tiere darin und beim nächsten Mal kommen Trichter und verschiedene Gefäße dazu.
Du musst also nicht ständig eine komplett neue Beschäftigung vorbereiten.
Was braucht man für selbstgemachtes Sensorikmaterial?
Für die drei DIY-Ideen brauchst du überraschend wenig. Vieles davon hast du wahrscheinlich schon zuhause:
🌈 Sensorik-Reis
Reis, Lebensmittelfarbe und etwas Essig
👐 Selbstgemachte Knete
Mehl, Salz, Wasser, Öl und Zitronensäure
✨ Sensorikflasche
Eine transparente Flasche, Wasser, Glycerin und ausgewählte Füllmaterialien
Alle drei Ideen sind einfach vorzubereiten und lassen sich mehrfach verwenden. Die genauen Mengen und Schritt-für-Schritt-Anleitungen findest du direkt bei den jeweiligen DIYs.
DIY 1: Bunten Sensorik-Reis selber machen

Bunter Reis gehört für mich zu den einfachsten Materialien für eine Sensorik-Wanne. Er lässt sich schütten, löffeln, durch einen Trichter füllen oder als Grundlage für kleine Spielwelten verwenden.
Das brauchst du
Für eine Portion:
- 2 Tassen trockenen weißen Reis
- 2–3 EL Essig
- einige Tropfen Lebensmittelfarbe
- einen verschließbaren Gefrierbeutel oder ein Schraubglas
- Backpapier oder ein großes Tablett zum Trocknen
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Wenn du mehrere Farben herstellen möchtest, teilst du den Reis einfach vorher auf mehrere Portionen auf.
Sensorik-Reis färben: Schritt für Schritt
Schritt 1: Reis einfüllen
Gib den trockenen Reis in einen verschließbaren Gefrierbeutel oder ein ausreichend großes Schraubglas.
Schritt 2: Farbe dazugeben
Gib Essig und einige Tropfen Lebensmittelfarbe hinzu.
Beginne lieber mit wenig Farbe. Wenn dir der Farbton anschließend zu blass ist, kannst du noch etwas nachgeben.
Schritt 3: Gut vermischen
Beutel oder Glas verschließen und kräftig schütteln bzw. den Beutel vorsichtig durchkneten, bis sich die Farbe möglichst gleichmäßig verteilt hat.
Schritt 4: Reis ausbreiten
Verteile den gefärbten Reis möglichst dünn auf Backpapier oder einem Tablett.
Schritt 5: Vollständig trocknen lassen
Lass ihn mehrere Stunden – am besten über Nacht – vollständig an der Luft trocknen.
Erst wenn der Reis wirklich trocken ist, kommt er in den Aufbewahrungsbehälter oder in die Sensorik-Wanne.

5 einfache Spielideen mit Sensorik-Reis
Mit demselben Reis kannst du immer wieder etwas anderes anbieten:
- Reis zwischen verschiedenen Gefäßen umfüllen
- mit Löffeln oder kleinen Schaufeln experimentieren
- geeignete Gegenstände darin verstecken und suchen
- Reis durch einen Trichter füllen
- kleine Spielwelten mit passenden Figuren oder Fahrzeugen gestalten
Dabei muss die Wanne übrigens nicht jedes Mal aufwendig dekoriert sein. Gerade das einfache Schütten und Umfüllen kann schon völlig ausreichen.
Wie bewahre ich Sensorik-Reis auf?
Nach dem Spielen sollte der Reis vollständig trocken sein. Anschließend kannst du ihn in einem gut verschlossenen Behälter oder Beutel trocken lagern.
Kontrolliere ihn vor der nächsten Verwendung. Wird er feucht, riecht auffällig oder zeigt Veränderungen wie Schimmel, gehört er entsorgt.
Eine pauschale Haltbarkeit würde ich deshalb nicht angeben.
DIY 2: Knete selber machen

Knete bietet noch einmal eine ganz andere Sinneserfahrung als Reis. Sie lässt sich zusammendrücken, auseinanderziehen, rollen, plattdrücken und formen.
Und selbstgemachte Knete ist überraschend unkompliziert.
Zutaten für selbstgemachte Knete
Für eine Portion brauchst du:
- 2 Tassen Mehl
- 1 Tasse Salz
- 2 EL neutrales Speiseöl, z. B. Sonnenblumenöl
- 1 Tasse Wasser
- 2 EL Zitronensäure
- Lebensmittelfarbe* nach Wunsch
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Knete selber machen: Schritt für Schritt
Schritt 1: Trockene Zutaten vermischen
Mehl, Salz und Zitronensäure in einen Topf geben und gut miteinander vermischen.
Schritt 2: Wasser und Öl dazugeben
Wasser und Öl hinzufügen und alles unter Rühren erhitzen.
Schritt 3: Rühren, bis eine Knetmasse entsteht
Bei mittlerer Hitze ständig weiterrühren. Nach und nach wird die Masse fester und beginnt, sich vom Topfrand zu lösen.
Dann den Topf vom Herd nehmen.
Schritt 4: Abkühlen und kneten
Die Masse zunächst so weit abkühlen lassen, dass sie gefahrlos angefasst werden kann.
Anschließend gründlich durchkneten.
Klebt sie noch stark, kannst du vorsichtig etwas Mehl einarbeiten. Ist sie zu trocken oder bröselig, hilft häufig schon eine sehr kleine Menge Öl.
Schritt 5: Knete färben
Jetzt kannst du die Knete in mehrere Portionen teilen und jeweils etwas Lebensmittelfarbe einkneten.
Tipp: Handschuhe können beim Färben ganz praktisch sein. 😉

Was tun, wenn die Knete nicht die richtige Konsistenz hat?
Die Knete klebt:
Etwas Mehl einkneten.
Die Knete bröckelt:
Öl wirklich nur tropfenweise hinzufügen und erneut kneten.
Die Knete ist etwas fest geworden:
Zunächst kräftig mit den Händen durchkneten.
Was kann man mit selbstgemachter Knete machen?
Natürlich ausrollen und ausstechen – aber dabei muss es nicht bleiben.
Kinder können beispielsweise Kugeln rollen, Würste formen, mit geeigneten Werkzeugen Linien und Muster hineindrücken oder verschiedene Formen ausprobieren.
Auch größere Naturmaterialien können interessante Abdrücke erzeugen. Bei losen oder kleinen Materialien gilt allerdings wieder: Sie müssen zur Entwicklung des Kindes passen und dürfen keine Verschluckungsgefahr darstellen.
Aufbewahrung
Bewahre die Knete luftdicht verschlossen und möglichst kühl auf.
Kontrolliere sie vor dem Spielen. Wenn sich Geruch, Farbe oder Konsistenz ungewöhnlich verändern oder du Schimmel bemerkst, solltest du sie entsorgen.
Wichtig: Die Knete enthält zwar überwiegend Zutaten aus der Küche, ist aufgrund ihrer Zusammensetzung – insbesondere des hohen Salzgehalts – nicht zum Essen gedacht.
DIY 3: Sensorikflasche selber machen
Eine Sensorikflasche funktioniert ganz anders als die ersten beiden Materialien.
Das Kind kommt nicht direkt mit dem Füllmaterial in Kontakt. Stattdessen kann es beobachten, was beim Drehen und Schütteln passiert und wie sich die verschiedenen Elemente durch die Flüssigkeit bewegen.
Und nein: Ich würde sie nicht automatisch als „Beruhigungsflasche“ bezeichnen. Kinder reagieren schließlich unterschiedlich darauf. Für mich ist sie in erster Linie ein schönes Beobachtungs- und Entdeckungsmaterial.
Das brauchst du
- eine stabile, transparente Flasche mit zuverlässig schließendem Schraubdeckel
- warmes Wasser
- zunächst etwa 1–2 EL Glycerin*
- ausgewähltes Füllmaterial, z. B. Glitzer oder andere geeignete dekorative Elemente
- optional etwas Lebensmittelfarbe
- Heißkleber zum dauerhaften Sichern des Verschlusses
➡️ Falls du keine passenden Flaschen zuhause hast, kannst du diese befüllbaren Kunststoff-Flaschen* nutzen!
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Sensorikflasche selber machen: Schritt für Schritt
Schritt 1: Flasche vorbereiten
Flasche gründlich reinigen und vollständig von Etiketten und Kleberesten befreien.
Schritt 2: Wasser einfüllen
Fülle die Flasche zunächst ungefähr zu zwei Dritteln mit warmem Wasser und gib das Glycerin hinzu.
Schritt 3: Füllmaterial hinzufügen
Nun kommen die gewünschten Elemente und – falls du möchtest – etwas Lebensmittelfarbe hinein.
Schritt 4: Erst testen!
Bevor du den Deckel endgültig sicherst, füllst du die Flasche weiter auf, verschließt sie probeweise und beobachtest die Bewegung.
Sinken die Elemente für deinen Geschmack zu schnell ab, kannst du die Flüssigkeitsmischung anpassen.
Schritt 5: Dauerhaft verschließen
Wenn du mit dem Ergebnis zufrieden bist, wird der Verschluss dauerhaft gesichert.
Der Kleber gehört nicht lose außen an eine Stelle, an der das Kind daran pulen kann. Der Deckel muss fest sitzen und darf sich beim Spielen nicht lösen.
Lass alles vollständig aushärten, bevor die Flasche verwendet wird.

Drei einfache Varianten
Farbflasche:
Wasser + Glycerin + etwas Lebensmittelfarbe
Glitzerflasche:
Wasser + Glycerin + feiner Glitzer
Entdeckerflasche:
Verschiedene gut sichtbare Elemente bewegen sich beim Drehen und Schütteln durch die Flasche.
Bei sämtlichen Varianten gilt: Enthält die Flasche Kleinteile, müssen diese für das Kind dauerhaft unzugänglich bleiben.

Welches DIY passt zu uns?
Statt eine starre Altersangabe zu machen, würde ich danach entscheiden, wie dein Kind aktuell mit Materialien umgeht.

Ein Kind, das Materialien noch häufig in den Mund nimmt, braucht andere Angebote als ein Kind, das bereits zuverlässig mit losen Materialien umgehen kann.
Deshalb sind Entwicklungsstand, konkrete Spielweise und angemessene Aufsicht wichtiger als eine pauschale Alterszahl.
Sensorikmaterial sicher verwenden
Bei DIY-Sensorikmaterial gibt es einige Punkte, die ich besonders wichtig finde.
Kleine Materialien: Reis, Glitzer, Perlen und andere Kleinteile können ein Verschluckungsrisiko darstellen. Sie gehören nicht frei ins Spiel, wenn dein Kind solche Dinge noch in den Mund nimmt.
Nicht zum Essen: Auch wenn einige Zutaten aus der Küche kommen, werden sie hier als Spielmaterial verwendet. Insbesondere die selbstgemachte Knete mit ihrem hohen Salzgehalt ist nicht zum Verzehr geeignet.
Aufsicht: Wie eng du begleiten solltest, hängt von Alter, Entwicklungsstand, Material und Spielweise deines Kindes ab.
Material kontrollieren: Selbstgemachte Materialien regelmäßig auf Feuchtigkeit, ungewöhnlichen Geruch, Schimmel oder Beschädigungen prüfen.
Sensorikflaschen: Vor jeder Nutzung kontrollieren, ob Flasche und Verschluss noch vollständig intakt sind. Sobald etwas undicht, locker oder beschädigt ist, sollte die Flasche nicht weiter verwendet werden.
Aus drei Materialien werden immer neue Sensorik-Spiele
Das ist für mich eigentlich der schönste Teil an diesen DIYs.
Wir brauchen keine 20 vorbereiteten Sensorik-Aktivitäten im Schrank. Stattdessen lässt sich dasselbe Material durch kleine Veränderungen immer wieder neu entdecken.
Sensorik-Reis + Löffel + zwei Gefäße
➡️ schütten und umfüllen
Sensorik-Reis + geeignete Figuren
➡️ verstecken und suchen
Sensorik-Reis + Baustellenfahrzeuge
➡️ kleine Baustellen-Spielwelt
Knete + Ausstecher
➡️ Formen entdecken
Knete + geeignete Naturmaterialien
➡️ Oberflächen und Abdrücke ausprobieren
Knete + kindersichere Werkzeuge
➡️ schneiden, drücken und Muster gestalten
Und manchmal braucht es gar keine neue Idee. Einfach dasselbe Material nach einiger Zeit wieder hervorzuholen, kann schon reichen.
Keine Lust auf Selbermachen? 😄
Völlig verständlich.
Nicht jedes Sensorikmaterial muss selbst hergestellt werden. Gerade bei besonderen Fühlmaterialien, Licht- und Farbmaterialien oder langlebigem Zubehör kann Kaufen die praktischere Variante sein.
In meinem zweiten Artikel habe ich deshalb zusammengestellt, welches Sensorik-Spielzeug ich interessant finde, was man wirklich braucht und worauf man beim Kauf achten kann.
➡️ Sensorik-Spielzeug für Kinder: Materialien & besondere Ideen
Häufige Fragen zum Sensorikmaterial selber machen
Welches Sensorikmaterial kann man selber machen?
Sehr einfach lassen sich beispielsweise gefärbter Reis, selbstgemachte Knete und Sensorikflaschen herstellen. Alle drei bieten unterschiedliche Möglichkeiten zum Entdecken.
Wie färbt man Reis für Sensorik-Spiele?
Trockenen Reis mit etwas Essig und Lebensmittelfarbe in einem verschlossenen Beutel oder Glas vermischen und anschließend vollständig trocknen lassen.
Wie bewahrt man gefärbten Reis auf?
Trocken und gut verschlossen. Vor der erneuten Verwendung solltest du kontrollieren, ob sich Geruch, Feuchtigkeit oder Aussehen verändert haben.
Wie macht man Knete für Kinder selbst?
In diesem Rezept werden Mehl, Salz, Zitronensäure, Wasser und Öl erhitzt, bis eine formbare Masse entsteht. Nach dem Abkühlen wird sie gründlich durchgeknetet und kann anschließend gefärbt werden.
Wie bewahrt man selbstgemachte Knete auf?
Am besten luftdicht verschlossen und kühl.
Was kann man in eine Sensorikflasche füllen?
Je nach gewünschtem Effekt beispielsweise Wasser, Glycerin, etwas Farbe oder dekorative Elemente. Kleinteile müssen dabei dauerhaft unzugänglich in der sicher verschlossenen Flasche bleiben.
Wie verschließt man eine Sensorikflasche sicher?
Der Schraubverschluss sollte dauerhaft gesichert werden und sich durch das Kind nicht öffnen lassen. Zusätzlich sollte die Flasche vor jeder Nutzung auf Beschädigungen und einen lockeren Verschluss kontrolliert werden.
Welches selbstgemachte Sensorikmaterial eignet sich für Kleinkinder?
Das lässt sich nicht allein am Alter festmachen. Entscheidend sind unter anderem Verschluckungsrisiken, Entwicklungsstand, die konkrete Spielweise und die notwendige Aufsicht.
Fazit: Drei Materialien – immer neue Spielmöglichkeiten
Sensorikmaterial selber zu machen muss weder kompliziert noch teuer sein.
Mit buntem Sensorik-Reis, selbstgemachter Knete und einer Sensorikflasche hast du drei sehr unterschiedliche Materialien: eines zum Schütten und Fühlen, eines zum Formen und eines zum Beobachten.
Und das Beste daran ist für mich nicht, möglichst viele verschiedene DIYs herzustellen. Viel schöner finde ich die Idee, wenige Materialien immer wieder neu anzubieten und zu schauen, was das Kind daraus macht.
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